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Taufgeschenke: Ideen für Gäste, Paten & Großeltern

Irene · · 9 Min. · Aktualisiert am 9. September 2026
Taufgeschenke: Ideen für Gäste, Paten & Großeltern

Die üblichen Beträge zur Taufe liegen in Deutschland niedriger, als viele befürchten. Die Stuttgarter Zeitung nennt im Januar 2026 folgende Richtwerte: Paten 100–150 €, Großeltern, Tanten und Onkel 50–100 €, Freunde 20–50 €, Bekannte und Nachbarn 10–20 €. Damit ist die Geldfrage eigentlich beantwortet — und die interessantere beginnt erst: Was schenkt man eigentlich? In Deutschland hat sich dafür ein ziemlich klarer Kanon herausgebildet, von der Taufkerze über die Kinderbibel bis zum Patenbrief. Dieser Ratgeber geht ihn nach Rolle durch: was Gäste schenken, was Paten schenken, was Großeltern beitragen — und was man besser nicht schenkt, weil es dreimal kommt.

Wie viel man schenkt: die Richtwerte

Die häufigste Sorge ist nicht „was schenke ich“, sondern „schenke ich zu wenig“. Die folgende Übersicht stammt aus einer Aufstellung der Stuttgarter Zeitung vom 29. Januar 2026 und ist als Orientierung gedacht, nicht als Maßstab.

Wer schenktÜblicher Betrag
Patin und Pate100–150 €
Großeltern, Tante, Onkel50–100 €
Freunde20–50 €
Bekannte, Nachbarn, entferntere Verwandte10–20 €

Wichtiger als die Tabelle ist der Satz, der dazugehört: Niemand muss sich daran messen. Wer weniger geben kann oder will, gibt weniger, und keine Familie zählt nach. Ein selbst gestaltetes Geschenk oder ein handgeschriebener Brief hält länger in Erinnerung als jeder Betrag. Und für die Zeremonie selbst zahlen Gäste ohnehin nichts — die Taufe ist für Kirchenmitglieder kostenlos, wie in Taufe: wer bezahlt was im Detail steht.

Die Taufkerze: das eine Geschenk, das schon vergeben ist

Bevor du überlegst: Die Taufkerze kommt in Deutschland traditionell von der Patin oder dem Paten. Sie steht für Christus und das Licht seiner Auferstehung, wird im Gottesdienst an der Osterkerze entzündet und in vielen Familien danach jedes Jahr am Geburts- oder Tauftag wieder angezündet. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern schreibt dazu, am schönsten seien selbst gestaltete Kerzen.

Für alle anderen heißt das schlicht: Finger weg von der Kerze, sie ist besetzt. Und für Paten heißt es: Das ist euer Beitrag, und er kostet fast nichts, wenn ihr ihn selbst gestaltet — wirkt aber am Tauftag mehr als jedes gekaufte Geschenk.

Klassische Taufgeschenke in Deutschland

Diese Ideen sind hier etabliert, tauchen in fast jeder Taufe auf und gehen praktisch nie daneben. Fast alle lassen sich mit Name und Tauftag personalisieren, was in Deutschland der mit Abstand häufigste Wunsch ist.

  • Kinderbibel — der Klassiker unter den bleibenden Geschenken, es gibt sie in evangelischen und katholischen Ausgaben und häufig mit eingedrucktem Namen. Sie wird erst in ein paar Jahren gelesen, und genau das ist der Punkt.
  • Schutzengel — als Anhänger, als Holzfigur fürs Regal oder als Bild über dem Bett. Eine der beliebtesten Formen überhaupt, weil sie ohne Aufwand zum Anlass passt.
  • Taufkette — meist mit Kreuz- oder Engelanhänger, in Silber oder Gold. Wird oft weggelegt und später weitergegeben; graviert mit dem Tauftag wird sie zum Erinnerungsstück.
  • Spieluhr — personalisiert mit dem Namen, und anders als vieles andere sofort im Alltag brauchbar.
  • Spardose aus Holz mit eingraviertem Namen — die sichtbare Variante von „etwas für später“, und für Kinder viel greifbarer als ein Kontoauszug.
  • Der Taufspruch als Bild — der Vers, den die Eltern im Taufgespräch ausgesucht haben, gedruckt oder von Hand geschrieben und gerahmt. Frag vorher nach dem Spruch, dann wird daraus ein Geschenk, das es kein zweites Mal gibt.

Was Patin und Pate schenken

Für die Patenrolle gilt in Deutschland: lieber ein Geschenk, das bleibt, als mehrere kleine. Die üblichen 100–150 € gehen deshalb meist in eine einzige Sache — neben der Taufkerze, die ohnehin dazugehört.

Das persönlichste Patengeschenk kostet allerdings gar nichts: der Patenbrief. Ein Brief an das Kind, der erst in vielen Jahren geöffnet wird, mit dem, was ihr ihm mitgeben möchtet. Er lässt sich nicht kaufen und nicht doppelt schenken — und in der Rückschau ist er regelmäßig das, woran sich alle erinnern. Wer beim Formulieren Anlauf braucht, findet Ansätze in den Glückwünschen zur Geburt. Mehr Ideen speziell für diese Rolle stehen in Geschenk als Patin oder Pate.

Was Großeltern beitragen

„Taufgeschenk Großeltern“ ist eine eigene, viel gesuchte Frage, und die Antwort unterscheidet sich tatsächlich: Großeltern schenken häufiger etwas Langfristiges als etwas für den Tag. Sehr verbreitet ist, Geld für später anzulegen.

Ein sachlicher Hinweis, bevor jemand ein Konto eröffnet, weil er später überrascht: Was auf den Namen des Kindes läuft, gehört dem Kind. Die Verbraucherzentrale formuliert das eindeutig — mit 18 kann es frei darüber verfügen, die Eltern haben dann keinen Zugriff mehr. Das ist kein Argument dagegen, nur etwas, das man vorher wissen sollte, und es ist eine Frage, die in die Familie gehört, nicht in einen Blogartikel. Ebenfalls häufig und deutlich unkomplizierter: Großeltern übernehmen einen Teil der Feier, die Torte etwa oder das Restaurant.

Persönliche Ideen jenseits des Klassikers

Wer etwas sucht, das nicht in jedem zweiten Taufkorb liegt, landet meistens bei Zeit oder bei Handarbeit statt bei Material.

  • Ein Fotoshooting am Tauftag oder kurz danach, wenn die Familie keinen Fotografen gebucht hat.
  • Hand- oder Fußabdruck in Gips, gerahmt — hält eine Phase fest, die sehr kurz ist und an die im Trubel niemand denkt.
  • Ein Erinnerungsbuch, in das die Eltern über die ersten Jahre eintragen. Günstig, und es wird tatsächlich benutzt.
  • Ein Baum, gepflanzt im Garten oder über eine Pflanzaktion — wächst sichtbar mit dem Kind.
  • Etwas Selbstgemachtes: eine gestrickte Decke, ein bemaltes Holzschild mit dem Namen, ein Kuschelkissen. Weitere Ansätze stehen in den nachhaltigen Geschenkideen.
  • Ein Beitrag zu etwas Größerem: Für teurere Sachen tun sich mehrere Gäste über ein Gemeinschaftsgeschenk zusammen. Bei BabyWish läuft dabei kein Geld über die Plattform — sie hält nur fest, wer sich beteiligt.

Was fast immer doppelt kommt

Zwei Kategorien sind so naheliegend, dass mehrere Gäste unabhängig voneinander darauf kommen. Erinnerungsstücke — Bilderrahmen, Fotoalbum, Silberlöffel — sind die eine. Kleidung in der aktuellen Größe die andere: Zur Taufe ist das Kind meist ein halbes Jahr alt oder älter, und wer zur Größe von heute greift, schenkt etwas, das in wenigen Wochen nicht mehr passt. Die nächste Größe ist fast immer die bessere Wahl.

Beides löst sich mit einer einzigen Frage an die Eltern: Habt ihr eine Liste? Wenn ja, siehst du in Echtzeit, was noch fehlt und was schon reserviert ist, und die Sache ist in zwei Minuten erledigt. Warum das gerade bei Taufen so gut funktioniert, steht in Gastgeschenke zur Taufe und doppelte Geschenke. Wenn du auf der anderen Seite stehst und eine Liste anlegen möchtest, geht die komplette Anleitung zur Taufe alle Schritte durch.

Häufige Fragen

Wie viel schenkt man zur Taufe als Gast?

Laut Stuttgarter Zeitung (Januar 2026) geben Freunde üblicherweise 20 bis 50 Euro, Bekannte, Nachbarn und entferntere Verwandte 10 bis 20 Euro, Großeltern, Tanten und Onkel 50 bis 100 Euro. Das sind Richtwerte, keine Erwartungen: Die eigene finanzielle Lage geht niemanden etwas an, und ein selbst gemachtes Erinnerungsstück wiegt oft mehr als der Umschlag.

Wie viel schenken Patin und Pate zur Taufe?

Üblich sind 100 bis 150 Euro (Stuttgarter Zeitung, Januar 2026), meist gebündelt in einem einzigen bleibenden Geschenk. Dazu kommt die Taufkerze, die traditionell von den Paten stammt — gekauft oder selbst gestaltet — und die im Gottesdienst an der Osterkerze entzündet wird.

Was sind typische Taufgeschenke in Deutschland?

Die Klassiker sind die Taufkerze (von den Paten), eine Kinderbibel, ein Schutzengel aus Holz oder als Anhänger, eine Taufkette, eine personalisierte Spieluhr oder Spardose und Erinnerungsstücke mit Name und Tauftag. Dazu kommt sehr häufig Geld, das für später angelegt wird — und der Patenbrief, der nichts kostet und an den sich später alle erinnern.

Geld oder ein Gegenstand — was ist besser?

Beides ist üblich. Geld ist praktisch und wird oft für später angelegt; ein Gegenstand bleibt sichtbar. Wenn du unsicher bist, frag nach einer geteilten Geschenkliste: Dort siehst du, was wirklich gebraucht wird, und musst weder raten noch über Beträge nachdenken.

Was sollte man zur Taufe eher nicht schenken?

Zwei Dinge, die fast garantiert doppelt kommen: Erinnerungsstücke ohne Absprache (Bilderrahmen, Fotoalbum, Silberlöffel) und Kleidung in der aktuellen Größe. Zur Taufe ist das Kind meist ein halbes Jahr alt oder älter — die nächste Größe ist die bessere Wahl. Die Taufkerze ist ohnehin vergeben: Sie kommt von den Paten.

Quellen

  • Stuttgarter Zeitung, „Wie viel Geld schenkt man zur Taufe?“ (Richtwerte für Paten, Großeltern, Freunde und Bekannte), 29. Januar 2026 — stuttgarter-zeitung.de (abgerufen am 9. September 2026).
  • Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern, „Eine Taufkerze erstellen“ (Taufkerze als Beitrag der Paten, Entzünden an der Osterkerze, Brauch am Tauftag) — taufe.bayern-evangelisch.de (abgerufen am 9. September 2026).
  • familie.de, „Patenbrief zur Taufe ausdrucken: 3 Vorlagen für Patenonkel und Patentante“ — familie.de (abgerufen am 9. September 2026).
  • Verbraucherzentrale, „Sinnvoll für Kinder und Enkelkinder sparen“ (Geld auf den Namen des Kindes gehört dem Kind; ab 18 kein Zugriff der Eltern) — verbraucherzentrale.de (abgerufen am 9. September 2026).
  • Evangelische Kirche im Rheinland, „Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Taufe“ (Taufe für Kirchenmitglieder kostenlos) — sinnundsegen.de (abgerufen am 9. September 2026).

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