Gastgeschenke zur Taufe & doppelte Geschenke

Rund um die Geschenke einer Taufe laufen in Deutschland drei verschiedene Dinge durcheinander, und daraus entsteht der meiste Stress. Das Gastgeschenk geht von den Eltern an die Gäste, ist freiwillig und klein — familie.de listet Ideen zwischen rund 1–2 € und 15 €. Das Taufgeschenk geht von den Gästen an das Kind. Und die Taufkerze kommt traditionell von der Patin oder dem Paten und ist damit schon vergeben. Wer diese drei Richtungen sauber trennt, merkt schnell: Gastgeschenke sind das kleinste Problem, doppelte Taufgeschenke das echte. In diesem Artikel findest du beides — was als Mitgebsel üblich ist und wie du verhinderst, dass drei Leute denselben Bilderrahmen mitbringen.
Gastgeschenke zur Taufe: was in Deutschland üblich ist
Sie sind freiwillig, und es fällt niemandem auf, wenn es keine gibt. Das ist der wichtigste Satz zum Thema. Wer trotzdem etwas verteilen möchte, bleibt bei Kleinigkeiten — nicht bei Geschenken. familie.de nennt in einer Übersicht kleiner Mitgebsel folgende Größenordnungen:
| Idee | Preis |
|---|---|
| Duftsäckchen | ca. 1–2 € |
| Schlüsselanhänger | ca. 2 € |
| Süße Kleinigkeit | ca. 3 € |
| Kleines Notizbuch | ab 3 € |
| Mini-Blumenstrauß oder Samentütchen | ab 5 € |
| Personalisiertes Teelicht mit Name und Tauftag | ca. 6 € |
| Handgemachte Seife | ca. 10 € |
| Badezusatz | ca. 15 € |
Der Klassiker unter den Mitgebseln ist die kleine Kerze — passend, weil die Taufkerze das zentrale Symbol des Tages ist und die Gäste so ein Stück davon mitnehmen. Fast genauso verbreitet sind Samentütchen oder kleine Pflanzen, weil das Wachsen die naheliegende Geste ist. Wer nachhaltiger denken möchte, findet weitere Ansätze in den nachhaltigen Geschenkideen.
Selbst gemacht schlägt gekauft
„Gastgeschenke Taufe selber machen“ gehört zu den häufigsten Suchanfragen zum Thema, und das aus einem guten Grund: Ein selbst beschriftetes Etikett mit Namen und Tauftag verwandelt ein Zwei-Euro-Teil in etwas, das die Gäste behalten. Ein Samentütchen mit Handschrift, ein Teelicht mit dem Taufspruch, ein kleines Glas selbst gemachte Marmelade — das kostet fast nichts und ist mehr, als jedes gekaufte Set schafft.
Ein Hinweis, der Nerven spart: Plane die Mitgebsel als Letztes ein, nicht als Erstes. Sie sind der Posten, der am wenigsten wehtut, wenn er wegfällt — und der Posten, der am häufigsten in der Woche vor der Taufe für Hektik sorgt.
Drei Richtungen, die sich leicht verwechseln
Diese Übersicht klärt das Missverständnis, das die meisten Nachfragen erzeugt:
| Was | Von wem an wen | Pflicht? |
|---|---|---|
| Gastgeschenk / Mitgebsel | Eltern → Gäste | nein, freiwillig |
| Taufgeschenk | Gäste → Kind | üblich, aber ohne festen Betrag |
| Taufkerze | Patin und Pate → Kind | traditionell ihr Beitrag — steht nicht auf der Liste |
Die Konsequenz für die Planung ist praktisch: Auf eine Taufliste gehört weder die Kerze noch das Mitgebsel. Die Kerze ist vergeben, die Mitgebsel besorgt ihr selbst. Auf die Liste gehört nur das, was die Gäste für das Kind mitbringen könnten. Wer diese Trennung von Anfang an macht, spart sich die Rückfragen. Wie die Geschenkfrage insgesamt aufgeteilt ist, steht in Taufe: wer bezahlt was.
Wo doppelte Geschenke wirklich entstehen
Doppelungen sind kein Zufall, sondern die logische Folge davon, dass zehn oder zwanzig Leute unabhängig voneinander dieselbe naheliegende Idee haben. Bei einer Taufe passiert das besonders zuverlässig an zwei Stellen.
Erinnerungsstücke. Bilderrahmen, Fotoalbum, gravierte Kleinigkeit, Silberlöffel, Namenskette: Das sind die Geschenke, die zum Anlass passen — und genau deshalb kommen mehrere darauf. Der dritte Bilderrahmen ist kein Scherz, sondern der Normalfall.
Kleidung in der falschen Größe. Zur Taufe ist das Kind meist ein halbes Jahr alt oder älter, also längst aus der Erstausstattung heraus. Wer zur aktuellen statt zur nächsten Größe greift, schenkt etwas, das in wenigen Wochen nicht mehr passt — und weil alle dieselbe Größe im Kopf haben, häuft sich genau die eine. Es ist dasselbe Muster wie bei doppelten Geschenken zur Geburt, nur ein paar Monate später.
Die traditionelle Lösung — nachfragen oder eine Nachricht in die Familiengruppe — funktioniert genau so lange, wie sich die Gäste untereinander kennen. Bei entfernteren Verwandten, Kolleginnen der Eltern und Freunden der Paten hört mündliche Koordination einfach auf.
Wie eine geteilte Liste das löst
Eine Online-Liste beseitigt Doppelungen, weil jeder Gast in Echtzeit sieht, was schon reserviert ist. Sobald jemand einen Artikel reserviert, ist er für alle anderen als vergeben markiert. Niemand muss fragen, niemand muss mitschreiben. Bei BabyWish wird der Link kostenlos per WhatsApp geteilt, die Gäste reservieren ohne Konto und können eine Nachricht für das Kind hinterlassen.
Der entscheidende Punkt ist nicht, „bekannt zu machen, was fehlt“ — sondern die Überschneidungen zu verhindern. Deshalb lohnt sich die Liste vor allem bei größeren Gästekreisen, und deshalb gehört der Link in die Einladung, nicht in eine Nachricht drei Tage vorher: Bis dahin ist das meiste längst gekauft. Formulierungen, die den Link unterbringen, ohne fordernd zu klingen, findest du in die Taufliste per WhatsApp teilen. Und wenn du noch nicht weißt, was überhaupt drauf soll, geht die komplette Anleitung zur Taufe das Schritt für Schritt durch.
Das Gemeinschaftsgeschenk für die größeren Posten
Bei teureren Sachen — dem nächsten Reisebett, einem Fahrradsitz, einem Beitrag für später — erlaubt das Gemeinschaftsgeschenk, dass sich mehrere Gäste zusammentun, statt dass es an einer Person hängt. Paten und Großeltern, die ohnehin mehr geben (laut Stuttgarter Zeitung üblicherweise 100–150 € bei Paten, 50–100 € bei Großeltern, Tanten und Onkeln), schlagen das oft als Erste vor.
Ein Punkt, der ausdrücklich dazugehört: Das Geld läuft nie über BabyWish. Die Plattform hält nur fest, wer sich beteiligt und wie viel noch fehlt; wie ihr zahlt, regelt ihr untereinander. Keine Gebühren, keine Vermittlung, kein Konto dazwischen. Weitere Ideen dafür stehen in Ideen für ein Gemeinschaftsgeschenk und, allgemeiner nach Rolle sortiert, in Taufgeschenke.
Häufige Fragen
Braucht man Gastgeschenke zur Taufe?
Nein. Gastgeschenke sind bei einer Taufe in Deutschland freiwillig, und es fällt niemandem auf, wenn es keine gibt. Wer trotzdem etwas verteilen möchte, bleibt bei Kleinigkeiten: familie.de listet Ideen zwischen etwa 1–2 € für ein Duftsäckchen und rund 15 € für einen Badezusatz. Selbst gemacht kommt fast immer besser an als gekauft.
Was ist der Unterschied zwischen Gastgeschenk und Taufgeschenk?
Die Richtung. Das Gastgeschenk (oder Mitgebsel) geben die Eltern den Gästen als kleines Danke. Das Taufgeschenk bringen die Gäste für das Kind mit. Und die Taufkerze ist noch eine dritte Sache: Sie kommt traditionell von der Patin oder dem Paten. Wer die drei auseinanderhält, plant deutlich entspannter.
Wie vermeidet man doppelte Taufgeschenke?
Am zuverlässigsten mit einer online geteilten Liste, deren Link in der Einladung steht. Jeder Gast sieht in Echtzeit, was schon reserviert ist, und wählt etwas anderes — ohne dass sich jemand untereinander abstimmen muss. Das löst genau die Stellen, an denen Doppelungen fast garantiert sind: Erinnerungsstücke mit Namen und Kleidung in derselben Größe.
Wo entstehen bei der Taufe am häufigsten doppelte Geschenke?
Bei Erinnerungsstücken und bei Kleidung. Bilderrahmen, Fotoalben, gravierte Kleinigkeiten und Silberlöffel sind die naheliegenden Ideen, auf die viele gleichzeitig kommen. Bei Kleidung ist das Problem die Größe: Weil das Kind zur Taufe meist ein halbes Jahr alt oder älter ist, greifen viele zur aktuellen statt zur nächsten Größe — und die passt bald nicht mehr.
Kann man ein Gemeinschaftsgeschenk zur Taufe machen?
Ja. Bei BabyWish lässt sich für einen teureren Artikel ein Gemeinschaftsgeschenk aktivieren, an dem sich mehrere Gäste zusammen beteiligen. Wichtig: Es läuft dabei kein Geld über die Plattform. Sie hält nur fest, wer sich beteiligt und wie viel noch fehlt — die Zahlung regelt ihr untereinander.
Quellen
- familie.de, „Gastgeschenke für die Taufe: 11 kreative Mitgebsel ab 5 €“ (Ideen und Preise von ca. 1 € bis 15 €) — familie.de (abgerufen am 9. September 2026).
- Stuttgarter Zeitung, „Wie viel Geld schenkt man zur Taufe?“ (Richtwerte für Paten, Großeltern, Freunde und Bekannte), 29. Januar 2026 — stuttgarter-zeitung.de (abgerufen am 9. September 2026).
- Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern, „Eine Taufkerze erstellen“ (Taufkerze als Beitrag der Paten, Symbolik) — taufe.bayern-evangelisch.de (abgerufen am 9. September 2026).
- katholisch.de, „Drei Paten und ein geliehenes Taufkleid? 15 Fragen rund um die Taufe“ (Taufkerze und Taufkleid im Ablauf) — katholisch.de (abgerufen am 9. September 2026).