Patengeschenk zur Taufe: Ideen, Kosten, Aufgaben

Du wurdest als Patin oder Pate gefragt und weißt nicht, was du schenken sollst? Dann kommt hier zuerst die unerwartete Antwort: Das Wichtigste, das du in den nächsten Wochen beisteuerst, ist kein Geschenk, sondern ein Formular — die Patenbescheinigung aus deinem eigenen Pfarramt. Danach folgt das, was in Deutschland traditionell von den Paten kommt: die Taufkerze. Und erst dann die Geldfrage, die weniger dramatisch ist als befürchtet: Üblich sind laut Stuttgarter Zeitung 100 bis 150 €. In diesem Ratgeber findest du beides — was das Patenamt praktisch bedeutet und welche Geschenke hier tatsächlich üblich sind.
Zuerst die Patenbescheinigung, dann das Geschenk
Das ist der Schritt, den niemand auf dem Zettel hat und der am häufigsten die ganze Planung aufhält. Um im Taufbuch als Patin oder Pate eingetragen zu werden, brauchst du eine Patenbescheinigung (katholisch oft Patenschein genannt). Sie kommt nicht aus der Gemeinde, in der getauft wird, sondern aus deinem eigenen Pfarramt — katholisch in der Regel als Auszug aus dem Taufregister. Wenn du in einer anderen Stadt getauft wurdest, kann das dauern.
Praktische Empfehlung: Frag sie an, sobald du zugesagt hast, idealerweise rund acht Wochen vor dem Tauftag. Eine Ausnahme gibt es: In der Evangelischen Kirche im Rheinland entfällt die Bescheinigung, wenn du selbst Mitglied dieser Landeskirche bist. Der komplette Zeitplan bis zum Tauftag steht in der kompletten Anleitung zur Taufe.
Wer Pate werden darf — und was gilt, wenn es nicht passt
Die Voraussetzungen unterscheiden sich je nach Konfession deutlich, und das überrascht viele Angefragte. Katholisch muss der Pate mindestens 16 Jahre alt, katholisch, getauft, gefirmt und zur Erstkommunion gegangen sein, darf keiner kirchlichen Strafe unterliegen und nicht Vater oder Mutter des Kindes sein; zugelassen sind ein Pate oder zwei, dann ein Mann und eine Frau. Evangelisch — Beispiel Rheinland — genügt die Mitgliedschaft in einer christlichen Kirche, die eigene Taufe und ein Alter ab 14 Jahren; eine Höchstzahl gibt es dort nicht.
Wenn du getauft, aber nicht katholisch bist, kannst du bei einer katholischen Taufe Taufzeuge oder Taufzeugin sein — allerdings nur, wenn zusätzlich ein katholischer Pate benannt ist. Das ist eine formale Unterscheidung im Taufbuch und keine Aussage über dich: An der Rolle, die du im Leben des Kindes spielst, ändert das Wort nichts. Und wer gar nicht in der Kirche ist, kann trotzdem Patin oder Pate sein — nur eben ohne kirchlichen Eintrag. Familien vergeben Patenschaften regelmäßig auch ganz ohne Taufe, und es gibt keine Stelle, die das genehmigen müsste.
Die Taufkerze: das klassische Patengeschenk
Wenn du nur eine Sache mitbringst, dann diese. Die Taufkerze kommt in Deutschland traditionell von der Patin oder dem Paten. Sie steht für Christus und das Licht seiner Auferstehung und wird im Gottesdienst an der Osterkerze entzündet; viele Familien holen sie danach jedes Jahr am Geburts- oder Tauftag wieder heraus. In der katholischen Liturgie gehört das Entzünden fest zum Ablauf, evangelisch hat sich der Brauch weit verbreitet.
Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern schreibt dazu, am schönsten seien selbst gestaltete Kerzen — und genau das ist der Punkt: Eine Rohkerze, Wachsplatten, der Name, das Datum und vielleicht der Taufspruch, den die Eltern ausgesucht haben. Das kostet ein paar Euro und ist das Geschenk, das später im Regal steht. Frag die Eltern vorher nach dem Taufspruch, dann passt sie zum Gottesdienst.
Ein Hinweis zur Abstimmung: Wenn ihr zu zweit Paten seid, klärt vorher, wer die Kerze übernimmt. Zwei Taufkerzen sind das häufigste vermeidbare Missverständnis des ganzen Tages.
Der Patenbrief: das Geschenk, das nichts kostet
Der Patenbrief ist ein Brief an das Kind, der erst in vielen Jahren gelesen wird — zur Konfirmation, zur Firmung, zum 18. Geburtstag. Was du ihm mitgeben möchtest, warum du zugesagt hast, wie der Tag war. Er lässt sich nicht kaufen, nicht doppelt schenken und nicht überbieten, und in der Rückschau ist er regelmäßig das, woran sich alle erinnern.
familie.de bietet dafür fertige Vorlagen zum Ausdrucken an, falls dir der leere Anfang schwerfällt. Wer lieber frei schreibt, findet Anhaltspunkte in den Glückwünschen zur Geburt — der Ton ist derselbe, nur der Adressat liegt weiter in der Zukunft.
Wie viel man als Patin oder Pate ausgibt
Die Stuttgarter Zeitung nennt in ihrer Übersicht vom 29. Januar 2026 für Paten 100 bis 150 € — die höchste Kategorie, aber nicht die dramatische Summe, die viele erwarten. Zum Vergleich: Großeltern, Tanten und Onkel liegen bei 50–100 €, Freunde bei 20–50 €.
Zwei Dinge, die dazugehören. Erstens: Das ist ein Richtwert, keine Erwartung. Niemand kontrolliert, und die eigene finanzielle Lage geht niemanden etwas an — Kerze und Brief sind ein vollständiges Patengeschenk. Zweitens: In Deutschland ist es üblich, den Betrag in ein einziges bleibendes Geschenk zu stecken statt in mehrere kleine. Für Feier, Essen, Deko oder Fotograf bist du dagegen nicht zuständig; wer was übernimmt, steht in Taufe: wer bezahlt was.
Geschenkideen, die bleiben
Was in Deutschland tatsächlich verschenkt wird, orientiert sich weniger daran, ob du Patin oder Pate bist, als daran, ob das Geschenk in zehn Jahren noch etwas bedeutet. Fast alles davon lässt sich mit Name und Tauftag personalisieren, der mit Abstand häufigste Wunsch.
- Kinderbibel — es gibt evangelische und katholische Ausgaben, oft mit eingedrucktem Namen. Wird erst in ein paar Jahren gelesen, und genau darum geht es.
- Taufkette mit Kreuz- oder Engelanhänger, in Silber oder Gold, graviert mit dem Tauftag.
- Schutzengel als Holzfigur, Bild oder Anhänger — eine der beliebtesten Formen überhaupt.
- Spieluhr, personalisiert, und im Gegensatz zu vielem anderen sofort im Alltag brauchbar.
- Der Taufspruch als gerahmtes Bild, gedruckt oder von Hand geschrieben. Setzt voraus, dass du vorher nach dem Spruch fragst — und wird dadurch zu etwas, das es kein zweites Mal gibt.
- Spardose aus Holz mit graviertem Namen, die sichtbare Variante von „etwas für später“.
- Ein gepflanzter Baum, im Garten oder über eine Pflanzaktion — wächst mit dem Kind.
Wer Geld für später anlegen möchte, sollte eines vorher wissen: Was auf den Namen des Kindes läuft, gehört dem Kind — mit 18 kann es frei darüber verfügen, die Eltern haben dann keinen Zugriff mehr, so die Verbraucherzentrale. Das ist kein Gegenargument, nur eine Sache, die in ein kurzes Gespräch mit den Eltern gehört. Eine breitere Übersicht über Taufgeschenke, nach Rolle sortiert, steht in Taufgeschenke, und nachhaltigere Ansätze in den nachhaltigen Geschenkideen.
Wenn ihr zu zweit oder mit anderen zusammen schenkt
Zwei Paten, die sich abstimmen, kommen weiter als zwei Paten, die überraschen wollen. Eine naheliegende Aufteilung: Einer übernimmt die Kerze, der andere das bleibende Geschenk — und Patenbriefe schreiben beide, das kann man nicht doppelt haben.
Für etwas Größeres, an dem sich mehrere beteiligen möchten, gibt es das Gemeinschaftsgeschenk: Mehrere Gäste tun sich für einen Artikel zusammen, statt dass es an einer Person hängt. Wichtig dabei — bei BabyWish läuft kein Geld über die Plattform; sie hält nur fest, wer sich beteiligt und wie viel noch fehlt, die Zahlung regelt ihr untereinander.
Der einfachste Weg, nichts Doppeltes zu schenken
Frag die Eltern, ob sie eine Liste angelegt haben. Wenn ja, siehst du in Echtzeit, was gebraucht wird und was schon reserviert ist, und die Entscheidung dauert zwei Minuten statt zwei Wochen. Das löst genau die Stellen, an denen es sonst schiefgeht: Erinnerungsstücke, auf die alle gleichzeitig kommen, und Kleidung in einer Größe, die das Kind bald verlässt. Mehr dazu in Gastgeschenke zur Taufe und doppelte Geschenke.
Häufige Fragen
Wie viel schenkt man als Patin oder Pate zur Taufe?
Üblich sind 100 bis 150 Euro (Stuttgarter Zeitung, Januar 2026), meist gebündelt in einem einzigen bleibenden Geschenk statt in mehreren kleinen. Eine Pflicht ist das nicht: Die Taufkerze und ein Patenbrief kosten fast nichts und sind das, woran sich später alle erinnern.
Was schenkt man als Taufpate klassischerweise?
Die Taufkerze. Sie kommt in Deutschland traditionell von der Patin oder dem Paten, gekauft oder selbst gestaltet, und wird im Gottesdienst an der Osterkerze entzündet. Viele Familien zünden sie danach jedes Jahr am Geburts- oder Tauftag wieder an. Dazu kommt häufig ein bleibendes Geschenk: Kinderbibel, Taufkette, Spieluhr oder ein gerahmter Taufspruch.
Was sind die Aufgaben eines Taufpaten?
Formal begleitest du das Kind auf seinem Glaubensweg und stehst im Taufgottesdienst neben den Eltern. Praktisch heißt das für die meisten: da sein, wenn es zählt. Finanziell schuldest du weder der Kirche noch der Feier etwas — die Taufe ist für Kirchenmitglieder kostenlos, und Location und Essen zahlen die Eltern.
Was ist eine Patenbescheinigung und wo bekomme ich sie?
Der Nachweis, dass du die Voraussetzungen für das Patenamt erfüllst. Du beantragst sie in deinem eigenen Pfarramt, nicht in dem der Taufe — katholisch meist als Auszug aus dem Taufregister. Sie sollte etwa acht Wochen vor dem Tauftag angefragt werden: Das ist der Schritt, der am häufigsten alles aufhält.
Kann ich Pate werden, wenn ich nicht (mehr) in der Kirche bin?
Katholisch nicht: Dort muss der Pate mindestens 16 Jahre alt, katholisch, getauft, gefirmt und zur Erstkommunion gegangen sein. Wer getauft, aber nicht katholisch ist, kann Taufzeuge sein — allerdings nur, wenn es zusätzlich einen katholischen Paten gibt. Evangelisch ist es offener: In der Evangelischen Kirche im Rheinland genügt die Mitgliedschaft in einer christlichen Kirche, die eigene Taufe und ein Alter ab 14. Und ganz ohne Kirche lässt sich eine Patenschaft trotzdem übernehmen — nur eben ohne Eintrag im Taufbuch.
Quellen
- katholisch.de, „Drei Paten und ein geliehenes Taufkleid? 15 Fragen rund um die Taufe“ (Voraussetzungen für Paten, Anzahl, Taufzeuge, Patenschein) — katholisch.de (abgerufen am 9. September 2026).
- Evangelische Kirche im Rheinland, „Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Taufe“ (Patenvoraussetzungen ab 14, Patenbescheinigung, keine Höchstzahl) — sinnundsegen.de (abgerufen am 9. September 2026).
- Stuttgarter Zeitung, „Wie viel Geld schenkt man zur Taufe?“ (100–150 € für Paten und weitere Richtwerte), 29. Januar 2026 — stuttgarter-zeitung.de (abgerufen am 9. September 2026).
- Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern, „Eine Taufkerze erstellen“ (Taufkerze als Beitrag der Paten, Symbolik, selbst gestalten) — taufe.bayern-evangelisch.de (abgerufen am 9. September 2026).
- familie.de, „Patenbrief zur Taufe ausdrucken: 3 Vorlagen für Patenonkel und Patentante“ — familie.de (abgerufen am 9. September 2026).
- familie.de, „Paten ohne Taufe: 6 Ideen, die Patenschaft ohne Kirche zu feiern“ — familie.de (abgerufen am 9. September 2026).
- Verbraucherzentrale, „Sinnvoll für Kinder und Enkelkinder sparen“ (Geld auf den Namen des Kindes gehört dem Kind; ab 18 kein Zugriff der Eltern) — verbraucherzentrale.de (abgerufen am 9. September 2026).