Taufe: wer bezahlt was? Eltern, Paten und Gäste

Die kürzeste Antwort auf die Frage „wer bezahlt die Taufe?“ lautet: die Zeremonie bezahlt niemand. In der evangelischen wie in der katholischen Kirche ist die Taufe für Kirchenmitglieder kostenlos, finanziert über die Kirchensteuer. Es gibt keinen Tarif, keine Gebühr und keine erwartete Spende. Bezahlt wird nur, was danach kommt — und da greift eine Aufteilung, die in Deutschland ziemlich klar ist: Die Eltern zahlen die Feier, die Paten bringen die Taufkerze, die Gäste bringen ein Geschenk. Dieser Ratgeber geht die Posten einzeln durch, mit Richtwerten aus deutschen Quellen, damit dich nichts überrascht.
| Posten | Wer zahlt | Richtwert |
|---|---|---|
| Taufgottesdienst | niemand | kostenlos für Kirchenmitglieder |
| Besonderer Blumenschmuck, zusätzliche Musik | Eltern, nur auf Wunsch | nach Absprache mit der Gemeinde |
| Feier: Essen, Räume, Deko, Papeterie | Eltern | der größte Posten, stark regional |
| Gastgeschenke für die Gäste | Eltern (freiwillig) | ca. 1–15 € pro Gast |
| Fotograf | Eltern (optional) | ab 250 € brutto für eine Stunde |
| Taufkerze | Patin und Pate | gekauft oder selbst gestaltet |
| Geschenk für das Kind | Paten | 100–150 € |
| Geschenk für das Kind | Gäste | 10–100 € je nach Nähe |
Die Zeremonie: hier zahlt wirklich niemand etwas
Das ist der Punkt, an dem der deutsche Ablauf sich von dem unterscheidet, was man aus anderen Ländern kennt. Die Evangelische Kirche im Rheinland schreibt in ihrem Taufe-FAQ, eine Taufe sei für Kirchenmitglieder grundsätzlich kostenlos. Für die katholische Kirche gilt dasselbe: weder für die Taufe noch für die Vorbereitung ist etwas zu zahlen. Finanziert wird beides über die Kirchensteuer, die die Mitglieder ohnehin entrichten.
Es gibt also keinen Umschlag, den man dem Pfarrer zuschieben müsste, und keinen Betrag, den man in Erfahrung bringen sollte. Wer der Gemeinde nach der Taufe trotzdem etwas dalassen möchte, tut das freiwillig, in beliebiger Höhe, und niemand zählt mit. Kosten können nur entstehen, wenn ihr über das Übliche hinaus etwas dazubestellt: besonderen Blumenschmuck etwa oder eine Sängerin für die Musik. Das ist dann eine Absprache mit der Gemeinde, keine Gebühr.
Was dagegen Zeit kostet, ist die Vorbereitung — vor allem die Patenbescheinigung, die die Paten in ihrem eigenen Pfarramt beantragen müssen. Wer alles zum ersten Mal organisiert, findet die vollständige Abfolge in der kompletten Anleitung zur Taufe, von der Anmeldung über das Taufgespräch bis zum Tauftag.
Was die Eltern übernehmen
Alles, was nach dem Gottesdienst passiert, liegt in der Praxis bei den Eltern: Räume oder Restaurant, Essen und Getränke, Deko, Einladungskarten und Danksagungen, auf Wunsch ein Fotograf. Das ist der Posten, aus dem das Budget einer Taufe fast vollständig besteht — und er reicht von Kaffee und Kuchen im eigenen Wohnzimmer bis zum Menü für dreißig Personen.
Zwei Zahlen dazu, die sich in Deutschland belastbar nennen lassen. Ein Fotograf kostet bei einem bundesweit arbeitenden Anbieter ab 250 € brutto für eine Stunde vor Ort, 320 € für zwei Stunden in Städten wie Berlin, Köln oder München — das sind die Preise des Anbieters und er kann sie ändern. Kleine Gastgeschenke für die Gäste liegen laut familie.de zwischen etwa 1–2 € (Duftsäckchen) und rund 15 € (Badezusatz). Für Essen und Räume gibt es dagegen keine sinnvolle deutschlandweite Zahl: Der Unterschied zwischen Stadt und Land ist zu groß. Zwei Anfragen vor Ort sagen mehr als jeder Durchschnitt. Die Aufschlüsselung Posten für Posten steht in was eine Taufe kostet.
Und weil die Frage oft mitschwingt: Eine kleine Feier ist keine Sparversion, sondern in Deutschland der Normalfall. Kaffee und Kuchen nach dem Gottesdienst ist die verbreitetste Form überhaupt. Da die Zeremonie nichts kostet, entscheidet das Budget nur darüber, wie groß gefeiert wird — nicht, wie vollständig die Taufe ist.
Was Patin und Pate übernehmen: die Taufkerze
Hier hat Deutschland eine klare, gewachsene Antwort, und sie hat nichts mit der Restaurantrechnung zu tun. Der traditionelle Beitrag der Paten ist die Taufkerze. Sie steht für Christus und das Licht seiner Auferstehung, wird im Gottesdienst an der Osterkerze entzündet, und viele Familien holen sie danach jedes Jahr am Geburts- oder Tauftag wieder aus dem Schrank. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern schreibt dazu, am schönsten seien selbst gestaltete Kerzen — was diesen Beitrag nebenbei zu einem macht, der fast nichts kostet und trotzdem der persönlichste des ganzen Tages ist.
Dazu kommt das Geschenk für das Kind, bei Paten üblicherweise 100 bis 150 Euro (Stuttgarter Zeitung, Januar 2026). Für Location, Catering oder Fotograf sind die Paten dagegen nicht zuständig — es gibt in Deutschland keine Erwartung, dass sie sich an der Feier beteiligen. Wer als Patin oder Pate mehr tun möchte, tut es meist, indem er sich mit anderen an einem größeren Geschenk beteiligt, nicht indem er einen Teil des Essens übernimmt. Ideen und Beträge für diese Rolle stehen in Geschenk als Patin oder Pate.
Ein zweiter Beitrag, der nichts kostet und oft vergessen wird: der Patenbrief, ein Brief an das Kind, der erst in vielen Jahren gelesen wird. Er lässt sich nicht kaufen, und genau deshalb erinnern sich später alle daran.
Was die Gäste beitragen
Gäste zahlen für die Zeremonie nichts und für die Feier nichts. Sie bringen ein Geschenk, und die üblichen Größenordnungen sind in Deutschland moderater, als viele annehmen. Die Stuttgarter Zeitung nennt in einer Übersicht vom 29. Januar 2026: Großeltern, Tanten und Onkel 50–100 €, Freunde 20–50 €, Bekannte, Nachbarn und entferntere Verwandte 10–20 €.
Diese Zahlen sind Orientierung, nicht Maßstab. Wer weniger geben kann oder will, gibt weniger — die eigene finanzielle Lage geht niemanden etwas an, und ein selbst gebasteltes Erinnerungsstück hält oft länger als der Umschlag. In der Praxis freuen sich viele Familien ohnehin über etwas Konkretes statt über Geld: Kleidung in der nächsten Größe, ein Spielzeug für die aktuelle Altersstufe, ein Bilderrahmen mit Namen. Wenn die Eltern eine Liste geteilt haben, siehst du dort direkt, was noch fehlt — und schenkst nichts, was schon dreimal da ist. Mehr Ideen nach Rolle sortiert stehen in Taufgeschenke.
Großeltern und alle, die mehr beitragen möchten
Häufiger als eine Beteiligung der Paten ist in Deutschland, dass die Großeltern einen Teil der Feier übernehmen — die Torte, das Restaurant, die Deko. Das ist völlig üblich, aber nichts, was erwartet wird oder eingefordert werden sollte. Die einfachste Art, Missverständnisse zu vermeiden, ist ein Satz vorab: Wer etwas übernehmen möchte, sagt was, und der Rest bleibt bei den Eltern.
Für teurere Anschaffungen, an denen sich mehrere zusammen beteiligen wollen, gibt es das Gemeinschaftsgeschenk. Wichtig dabei: Bei BabyWish läuft kein Geld über die Plattform. Sie hält nur fest, wer sich beteiligt und wie viel noch fehlt; die Zahlung regelt ihr untereinander.
Wenn die Eltern getrennt sind: nicht die Geld-, sondern die Entscheidungsfrage
Bei getrennten oder geschiedenen Eltern ist die Kostenfrage in Deutschland fast nie das Problem — die Zeremonie kostet ja nichts. Die relevante Frage ist eine andere, und sie ist gesetzlich geregelt. Nach § 1 des Gesetzes über die religiöse Kindererziehung bestimmt „die freie Einigung der Eltern“ über die religiöse Erziehung eines Kindes, soweit ihnen die Personensorge zusteht. Bei gemeinsamem Sorgerecht heißt das: beide gemeinsam. Die Einigung ist laut Gesetz jederzeit widerruflich.
Und das Kind selbst hat früher ein Wort mitzureden, als viele wissen: Nach § 5 desselben Gesetzes darf ein Kind ab dem vollendeten zwölften Lebensjahr nicht gegen seinen Willen in einem anderen Bekenntnis erzogen werden, und ab dem vollendeten vierzehnten Lebensjahr entscheidet es selbst über sein Bekenntnis. Für eine Babytaufe ist das nicht relevant, für eine spätere Taufe eines älteren Kindes sehr wohl.
Wer die Feier bezahlt, ist davon unabhängig und reine Absprache. Ein kurzes Gespräch vorab, wer welchen Teil übernimmt, erspart die unangenehmere Version desselben Gesprächs hinterher.
Und die freie Taufe? Da zahlt man tatsächlich
Wer nicht kirchlich taufen möchte, hat in Deutschland eine eigene Form: die freie Taufe, auch Willkommensfeier oder Namensfeier. Ein freier Redner oder eine freie Rednerin gestaltet die Feier mit euch, mit Namensgebung, Ritualen und Patenschaft, ohne kirchliche Dokumente.
Was dabei überrascht: Diese Variante ist die teurere. Anbieter nennen für einen freien Redner in Deutschland meist 400 bis 900 Euro — das sind die Preise der Anbieter und sie können sie jederzeit ändern. Die kirchliche Zeremonie ist die kostenlose. Beides ist eine legitime Entscheidung, aber die Reihenfolge ist eben umgekehrt, als man vermutet. Zwei weitere Punkte, die dabei oft falsch erzählt werden: Das Standesamt tauft nicht — eine „standesamtliche Taufe“ gibt es in Deutschland nicht, das Standesamt beurkundet die Geburt. Und Paten kann man auch völlig ohne Feier benennen; es gibt keine Stelle, die das genehmigen müsste.
Häufige Fragen
Wer bezahlt die Taufe in Deutschland?
Die Zeremonie bezahlt niemand: Für Kirchenmitglieder ist die Taufe in der evangelischen wie in der katholischen Kirche kostenlos, getragen über die Kirchensteuer. Bezahlt wird nur die Feier danach, und das machen fast immer die Eltern. Die Paten haben keine finanzielle Pflicht gegenüber Zeremonie oder Feier — ihr traditioneller Beitrag ist die Taufkerze.
Muss man dem Pfarrer oder der Gemeinde etwas geben?
Nein. Es gibt keinen Tarif und keine erwartete Spende. Kein Pfarrer und keine Pfarrerin darf eine Zahlung zur Bedingung machen. Kosten können nur entstehen, wenn ihr über das Übliche hinaus etwas dazubestellt, besonderen Blumenschmuck etwa oder zusätzliche Musik. Wer der Gemeinde trotzdem etwas dalassen möchte, tut das freiwillig, in beliebiger Höhe und ohne dass jemand mitzählt.
Was bezahlen die Taufpaten?
Traditionell die Taufkerze. Sie kommt in Deutschland meist von der Patin oder dem Paten, gekauft oder selbst gestaltet, und wird im Gottesdienst an der Osterkerze entzündet. Dazu kommt das Geschenk für das Kind, laut Stuttgarter Zeitung üblicherweise 100 bis 150 Euro. Für Location, Essen oder Fotograf sind die Paten nicht zuständig.
Wie viel schenkt man als Gast zur Taufe?
Die Stuttgarter Zeitung nennt im Januar 2026 folgende Richtwerte: Paten 100–150 Euro, Großeltern, Tanten und Onkel 50–100 Euro, Freunde 20–50 Euro, Bekannte, Nachbarn und entferntere Verwandte 10–20 Euro. Das sind Orientierungen, keine Erwartungen — für die Zeremonie zahlen Gäste ohnehin nichts.
Wer entscheidet über die Taufe, wenn die Eltern getrennt sind?
In Deutschland ist das keine Geld-, sondern eine Sorgerechtsfrage. Nach § 1 des Gesetzes über die religiöse Kindererziehung bestimmt die freie Einigung der Eltern über die religiöse Erziehung, soweit ihnen die Personensorge zusteht — bei gemeinsamem Sorgerecht also beide gemeinsam. Ab dem vollendeten zwölften Lebensjahr darf ein Kind nicht gegen seinen Willen in einem anderen Bekenntnis erzogen werden, und ab 14 entscheidet es selbst (§ 5).
Ist die freie Taufe ohne Kirche billiger?
Nein, meist teurer. Anbieter nennen für einen freien Redner oder eine freie Rednerin in Deutschland üblicherweise 400 bis 900 Euro — das sind Preise der Anbieter und sie können sie jederzeit ändern. Die kirchliche Zeremonie ist die kostenlose Variante. Eine „standesamtliche Taufe“ gibt es in Deutschland nicht: Das Standesamt beurkundet die Geburt, es taucht nicht.
Quellen
- Evangelische Kirche im Rheinland, „Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Taufe“ (Taufe für Kirchenmitglieder kostenlos, Paten, Patenbescheinigung) — sinnundsegen.de (abgerufen am 9. September 2026).
- katholisch.de, „Drei Paten und ein geliehenes Taufkleid? 15 Fragen rund um die Taufe“ (Patenvoraussetzungen, Patenschein, Taufkleid aus der Pfarrei) — katholisch.de (abgerufen am 9. September 2026).
- Bundesministerium der Justiz, Gesetz über die religiöse Kindererziehung, § 1 (freie Einigung der Eltern) und § 5 (Religionsmündigkeit ab 14, kein Bekenntniswechsel gegen den Willen ab 12) — gesetze-im-internet.de (abgerufen am 9. September 2026).
- Stuttgarter Zeitung, „Wie viel Geld schenkt man zur Taufe?“ (Richtwerte für Paten, Verwandte, Freunde und Bekannte), 29. Januar 2026 — stuttgarter-zeitung.de (abgerufen am 9. September 2026).
- Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern, „Eine Taufkerze erstellen“ (Symbolik, Entzünden an der Osterkerze, selbst gestaltete Kerzen) — taufe.bayern-evangelisch.de (abgerufen am 9. September 2026).
- familie.de, „Gastgeschenke für die Taufe: 11 kreative Mitgebsel ab 5 €“ (Preise kleiner Mitgebsel von ca. 1 € bis 15 €) — familie.de (abgerufen am 9. September 2026).
- Offenblende, Preise für Taufe-Fotografie (ab 250 € brutto für eine Stunde; Preise des Anbieters, Änderungen möglich) — offenblende.de (abgerufen am 9. September 2026).
- Rent a Pastor, „Was kostet ein freier Theologe für eine freie Taufe?“ (400–900 € für einen freien Redner; Preise der Anbieter) — rent-a-pastor.com (abgerufen am 9. September 2026).